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Musik-Fibel für Laienchorsänger von Rainer Roscher


V. VON DEN INTERVALLEN
... kann Erschöpfendes hier nicht gesagt werden.
Die ausgewählten Hinweise aber können Sängern sicher Hilfen geben, Tonschritte bzw. -sprünge im Ablauf einer Melodie zu erkennen und dann richtig zu singen.
Immer wieder hört man von Laiensängern den gutwillig gemeinten Spruch: "Ich kenne zwar keine Noten; aber ich sehe ja, wenn's rauf oder runter geht! " Hier soll angeknüpft werden!
INTERVALL {= lat.=Zwischenraum ) bedeutet für uns den Abstand eines Tones zu seinem Nachbarn - den Abstand in der Tonhöhe, versteht sich - nicht etwa den räumlichen Abstand! Singen wir mal den Liedanfang von

dann fallen uns die Tonwiederholungen zwischen den Tönen 1 bis 6 auf. Der TONABSTAND zwischen diesen (gleichen) Tönen ist gleich Null.

Hören oder singen wir dagegen den Liedanfang

fällt sofort auf - auch am Notenbild ist das leicht abzulesen - der große Tonsprung vom 1. zum 2. Ton.

Zur übersichtlichen Darstellung der Intervalle möge hier die C-Dur-Tonleiter dienen. Selbstverständlich lässt sich das folgende Schema für alle anderen Tonleitern ebenfalls anwenden.

Wie jede Leiter, so besteht auch eine TONLEITER aus STUFEN; in diesem Falle sind es acht. Sie werden fortlaufend nummeriert und dabei mit den Zahlwörtern der lateinischen Sprache benannt. Diese lateinischen Zahlwörter stehen aber nicht nur für die STUFEN, sondern - und das interessiert hier ganz besonders! - vor allem auch für die ZWISCHEN- RÄUME zweier Töne, also für die INTERVALLE!

Man bezeichnet also den
Abstand vom 1. zum 2. Ton einer Skala als SEKUNDE, den
Abstand vom 1. zum 3. Ton einer Skala als TERZ, den
Abstand vom 1. zum 4. Ton einer Skala als QUARTE und so fort.

Das Schema dazu finden wir hier. Intervalle müssen a) vom Notenbild her erkannt werden; das lässt sich üben! Benutze dafür die Melodien aus einem Liederbuch! b) nach dem Erkennen auch "getroffen" werden mit der Singstimme. Übe auch das anhand der "Merkmelodien" im Schema auf der nächsten Seite!


Dasselbe gilt natürlich ebenso für abwärts verlaufende Tonabstände (Intervalle). Bei ihrer Benennung ist es üblich, das Vorwort "UNTER" davorzusetzen; also z.B. Unterprime, Untersekunde, Unterterz usw.

Alle Intervalle lassen sich selbstverständlich von jeder beliebigen Tonhöhe aus benennen und bilden.

So sind dies z.B. alles

Übe nun an zahlreichen Melodien aus deinem Liederbuch das Bestimmen von Intervallen.

Das Singen mit Hilfe des Wissens um die Intervalle ist ganz leicht bei den PRIMEN, wo man ja immer denselben Ton wiederholt. Auch die QUARTEN singen sich leicht, denn aufwärts klingen sie immer wie der Liedanfang von "Das Wan-dern ist des Müllers Lust" oder auch wie "0 Tann-enbaum". Abwärts klingen QUARTEN wie der Anfang des Liedes "Droben im Oberland, hei, da ist es wunderschön."

Im Melodieverlauf schon bedeutend schwieriger zu treffen sind dagegen reine QUINTEN, wie sie in den Liedanfangen von "Hört, ihr Herrn- und laßt euch sagen" bzw. in "Ein Hel-ler- und ein Batzen" vorkommen.

Leider kann das Kapitel über die Intervalle hier immer noch nicht beendet werden; denn die TONSCHRITTE, also die SEKUNDEN und die TERZEN machen da noch besondere Schwierigkeiten. (Von den Sexten und den Septimen soll aber dann lieber doch nicht mehr gesprochen werden! ).
Betrachtet man das Klaviertastenbild auf Seite 4 genau, dann fällt auf, daß im Ablauf der C-Dur-Tonleiter zwischen den beiden Tasten `e´- `f´ und `h´- `c´ jeweils die schwarzen Tasten fehlen. Das wären dann jeweils nur 11 HALBTON- SCHRITTE", auch "KLEINE SEKUNDEN" genannt.
Zwischen den übrigen Tasten der C-Skala aber (zwischen c und d, Beispiels- weise, oder zwischen g und a u.s.w.) -liegt jeweils eine schwarze Taste.
Der Abstand von `c´ nach `d` muss also eine (nicht mitzuspielende) schwarze Taste überspringen. Es handelt sich dann also um ZWEI HALBTONSCHRITTE, auch "GROSSE SEKUNDE" genannt.
Bei den Terzen ist das Verhältnis ganz genau so, und deshalb müssen wir beim Bestimmen und demzufolge natürlich auch beim Singen der Sekunden und Terzen (und Sexten und Septimen) jeweils zwischen großen und kleinen unterscheiden.
Und gerade das ist dem Laien vom Notenbild her nahezu unmöglich, was an folgendem Beispiel leicht erkennbar wird:
weil von g nach h 4 Halbtonschritte zu machen sind
weil von gis nach h eben nur 3 Halbtonschritte zu machen sind
Wann es sich nun in einer Melodie um eine kleine oder um eine große Sekunde bzw. Terz handelt, wird der Chorleiter seinen Sängern sagen müssen. Damit die Sänger dann aber in der Lage sind, kleine bzw. große Intervalle zu unterscheiden und beim Singen zu treffen, sollten sie sich die folgenden Merkmodelle einprägen und immer wieder (von den unterschiedlichsten Tonhöhen ausgehend ) üben!

Hier zunächst die Sekunden

Kleine Sekunde aufwärts (Halbtonschritt)
Große Sekunde aufwärts (Ganztonschritt)
Kleine Sekunde abwärts (Halbtonschritt)
Große Sekunde abwärts (Ganztonschritt)
kleine Terz aufwärts (3 Halbtonschritte)
Große Terz aufwärts (4 Halbtonschritte)
kleine Terz abwärts (3 Halbtonschritte)
Große Terz abwärts (4 Halbtonschritte)
Übe nun häufig - auch für dich allein! -das Treffen dieser wichtigsten Intervalle! Verfahre dabei am besten so:
1. Singe laut einen beliebigen Ton!
2. Auferlege dir d"nn das Treffen eines ganz bestimmten Intervalls.
3. Singe nun von dem angehaltenen Ton aus dieses Intervall mit Hilfe der entspr. Merkmelodie.
4. Trainiere dasselbe immer wieder auch von höheren oder tieferen Tönen aus!
5. Verkürze allmählich den anfangs länger ausgehaltenen Ausgangston.

Nur fortgesetztes Üben bringt Erfolg.