Sie sind hier: Startseite - Musikfibel - Tonleiter - Kapitel 6 Blatt 12 - DUR
Heute ist der


zur vorherigen Seite klicken
Musik-Fibel für Laienchorsänger von Rainer Roscher


VI. VON DEN TONLEITERN

A) Das DUR - Geschlecht
Spielt man die acht weißen Tasten des Klaviers von c' bis c'' (siehe Seite 4!), so erklingt die C-DUR-TONLEITER. Sie besteht aus acht STUFEN, die unterschiedlich weit voneinander entfernt sind: Zwischen der 3. und 4. sowie zwischen der 7. und 8. Stufe liegen nämlich Halbtonschritte (kleine Sekunden). Bildlich dargestellt, sieht eine DUR-TONLEITER so aus:

Für sauberes Singen ist es notwendig zu wissen, dass
a ) diese Unterschiede in der Größe der Tonleiterschritte tatsächlich bestehen und
b) die Töne auf den einzelnen Tonleiter-Stufen alle ihren ihnen eigenen "Charakter" haben:
Auf der 1.Stufe (PRIME) sowie auf der 8.Stufe (OKTAVE) erklingt jeweils der GRUNDTON der betreffenden Tonart. Er ist der Ruheton; in ihm schließen die (meisten) Lieder.

Auf der 7.Stufe (SEPTIME) steht der LEITETON, der immer das besondere Bestreben hat, nach dein Grundton hinzuführen, in ihn einzumünden. Dieser LEITETON (die 7.Stufe also!) muss beim Singen besonders knapp - nämlich immer besonders nahe am benachbarten Grundton liegend - gesungen werden . Der Ton der 5.Stufe (QUINTE) trägt auch noch den Namen DOMINANTE (=der Herrscher); denn er "beherrscht" die Tonart derart, daß er (fast) immer mitklingen kann, ohne dabei andere Harmonien im Liede zu stören.
Sollte noch der Ton auf der 3.Stufe (TERZ) genannt werden, dem allein die Entscheidung zufällt, ob ein Lied in DUR oder in moll steht. Als DUR-TERZ muss er beim Singen stets und bewusst möglichst "hell, freundlich und spannungsvoll" gesungen werden; denn er ist meist schuld, wenn die Sängerschar zu detonieren (während eines Liedes an Höhe verlieren) neigt.


B) Das moll - Geschlecht
kann etwas kürzer abgehandelt werden. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, daß wir in der Musik mehrere Arten von moll-Tonleitern kennen (Ur-moll, harmonisches moll, melodisches moll, Zigeuner-moll).
Wenn man auf dem Klavier beim "kleinen `a´" beginnt und die acht weißen Tasten bis zum "eingestrichenen `a´" anschlägt, erklingt die a - moll - Tonleiter. Sie hat, weil sie ja eine kleine Terz tiefer als ihre parallele"DUR-Schwester" beginnt, ihre Halbtonschritte an völlig anderen Positionen. Bildlich gesehen sieht das so aus:


C) Zusammenfassendes zu den Tonleitern
Es muss erwähnt werden, dass von jedem Stammton (weiße Klaviertasten) aus und von jedem Nebenton (schwarze Tasten) aus jeweils eine DUR-und eine moll-Tonleiter begonnen werden kann.
Mithin gibt es also 12 DUR-TONLEITERN, die zwar alle auf verschieden ho-hen Tönen beginnen, die aber immer nach demselben Grundgesetz gebaut sind:


Die Schrittfolge in den moll-Tonleitern unterliegt folgendem Gesetz:

Alle benachbarten Tonleitern sind untereinander QUINTVERWANDT; d.h., jedes mal der Quintton einer Tonleiter ist zugleich auch der Grundton der nächsten Tonleiter mit jedes mal mit einem Vorzeichen mehr. Der folgende QUINTEN-ZIRKEL schafft da den Überblick. (Es hat sich eingebürgert, DUR groß und moll klein zu schreiben).

Diese Ton-Skala mit etwas größerem Umfang ermöglicht die mühelose Ermittlung aller möglichen DUR- und moll- Tonleitern. Man braucht nur die beiden TONLEITER - LINEALE abzuzeichnen und auszuschneiden. Legt man

dann z.B. das DUR-Lineal mit seiner 1.Stufe auf den Ton a , so kann man leicht die ganze1 A-DUR-TONLEITER ablesen - und so weiter.